Am Holocaust-Gedenktag hat unsere Schulgemeinschaft ein klares Zeichen gesetzt: gegen das Vergessen – und für eine Erinnerungskultur, die nicht abstrakt bleibt, sondern junge Menschen erreicht und zum Nachdenken anregt. Im Mittelpunkt stand dabei ein von unseren Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern erarbeitetes Programm, das unsere jüngeren Schülerinnen und Schüler altersgerecht für die nationalsozialistischen Verbrechen und die Bedeutung des Gedenkens sensibilisierte.
Lernen an Stationen – von Jugendlichen für Jugendliche
Die 10. Klassen entwickelten verschiedene Stationen, die den Jüngeren einen behutsamen und zugleich eindrücklichen Zugang ermöglichten. In kleinen Gruppen konnten Inhalte in einer geeigneten Tiefe erarbeitet werden: informativ, reflektierend und mit Raum für Fragen und persönliche Gedanken. Gerade dieses Format machte den Tag besonders: Es entstand ein Lernen auf Augenhöhe – getragen von Verantwortung, Empathie und dem Wunsch, Wissen weiterzugeben.
Begleitet und unterstützt wurde die Arbeit der Zehntklässlerinnen und Zehntklässler von Geschichtslehrer Daniel Willner, der die Vorbereitung fachlich absicherte und die Umsetzung pädagogisch einordnete. So wurde gewährleistet, dass die Inhalte sensibel, sachlich korrekt und für die jeweiligen Altersstufen passend vermittelt wurden.
Ein Schulhaus, das Haltung zeigt
Auch das Schulhaus selbst wurde thematisch passend gestaltet. Durch eine bewusste Atmosphäre wurde deutlich: Dieser Tag ist kein gewöhnlicher Projekttag, sondern ein Moment des Innehaltens. Die Gestaltung machte sichtbar, dass Erinnerung nicht nur im Unterricht stattfindet, sondern Teil unseres gemeinsamen Schullebens ist.
Warum solche Gedenktage an Schulen unverzichtbar sind
Schulen tragen eine besondere Verantwortung: Sie sind Orte, an denen historische Bildung, Werteerziehung und demokratisches Lernen zusammenkommen. Der Holocaust-Gedenktag erinnert daran, wohin Ausgrenzung, Menschenverachtung und rassistische Ideologien führen können. Gerade in Zeiten, in denen antisemitische Einstellungen und Verschwörungsmythen wieder lauter werden, braucht es klare, kontinuierliche Bildungsarbeit.
Solche Aktionen leisten mehr als Wissensvermittlung: Sie fördern Empathie, stärken Zivilcourage und helfen jungen Menschen, historische Ereignisse einzuordnen – auch mit Blick auf die Gegenwart. Erinnerungskultur an Schulen bedeutet deshalb immer auch Präventionsarbeit: gegen Antisemitismus, gegen Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander.
Ein Dank an alle Beteiligten
Wir danken unseren 10.-Klässlerinnen und 10.-Klässlern für ihr Engagement, ihre Sorgfalt und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Der Holocaust-Gedenktag an unserer Schule hat gezeigt: Erinnern ist keine Pflichtübung, sondern eine Haltung. Und diese Haltung braucht es – heute und in Zukunft.